Die Arbeit als und mit dem AudioArchitekten begann nach einigen wegbereitenden akustischen Arbeiten im Jahre 2002 im Rahmen des Stipendiums "für eine Medienkünstlerin aus NRW” zum Thema “architexturen. Kunst, Codes und Architektur”.

Über die sechs Monate des Stipendiums und über das eigentliche Konzept des “AudioArchitekten” hinaus hat sich die Idee weiterentwickelt und verselbstständigt.

Ich arbeite nicht nur "am" AudioArchitekten sondern auch mit ihm. Im Laufe der Zeit hat sich der AudioArchitekt neben den Projekten Thuja (www.thuja.net) und Resonator (www.resonator.de) zu einer weiteren Ebene der Person Anja Kreysing entwickelt.

Zunächst wurde die ursprüngliche Idee der akustischen Raumverschiebungen verfolgt und es entstanden eine Reihe an Aufnahmen aus Gebäuden in unterschiedlichen Kontexten. Schon bald erweiterte sich diese Arbeit um eine kontinuierlich wachsende Sammlung an Aufnahmen aus parkenden Autos - den Carrecordings. Diese meist extrem Event-armen Aufnahmen führten zu Überlegungen zur sensuellen Reizarmut und Reizreduktion in räumlichen Kontexten.

Der Wunsch nach konkret bespielbaren Räumen, die als ideal für die Präsentation dieser Aufnahmen erscheinen und somit auch architekturtheroetische Überlegungen zu dem Verhältnis von Klang und Raum, manifestieren sich in der Personifizierung des AudioArchitekten: Der AudioArchitekt wird als Avatar mit individuellen Eigenschaften und Eigenheiten weiterentwickelt.

Ziel ist, daß er ein eigenes Architekturbüro unterhält, ganze Bauten mit Beschallungssystemen und Konzepte für die Integration von Beschallungssystemen im Baubestand entwirft. Bei Außenterminen trete ich als seine Mitarbeiterin in Erscheinung.

(Das Spiel mit dem Avatar führte bislang zu einer Entwicklung einer gewissen Corporate Identitiy des AudioArchitekten und der Realperson Anja Kreysing, die sich bei Kleidung, Accessoires und bevorzugten Autotypen niederschlägt. Ebenso haben beide - wie so viele Architekten - eine Vorliebe für Wohnbauten, die mit den eigenen Entwürfen nichts gemein haben.)

Für die Zukunft sind folgende Aktivitäten geplant:

Die Sammlung von Audiographien dehnt sich kontinuierlich weiter aus. Das so gewonnene Basismaterial kann in neuen AudioArchitekt-Installationen zu konkreter Arbeit mit Architektur und Architekturtheorie eingesetzt werden: Zum einen werden Ausstellungsräume gestaltet, zum anderen liegt ein Schwerpunkt auf der Arbeit im Baubestand. Mögliche Objekte sind Neubauten vor Bezug, leerstehende Altbauten, öffentliche Gebäude, Häuser interessierter Privatpersonen und Gewerberäumlichkeiten.

Darüberhinaus wird der Aufbau des AudioArchitekt-Büros weitergeführt.

Dieser Internetauftritt bekommt einen online-Avatar und eine "Diskussionsmöglichkeit" mit einem "Archibot" über Architektur. Darüberhinaus können ausgewählte Audiographien regelmäßg über einen Internetradiostream gehört werden.

Der Arbeitsschwerpunkt des Büros liegt bei einer künstlerischen Untersuchung zu dem Verhältnis von Raum und Klang in der menschlichen Wahrnehmung.

Impliziert sind thematische Schnittstellen zu Architekturkritik und Genderaspekte in Kulturbetrieb und Bauwesen.